
Hoffe es geht euch gut da drüben und ihr überlebt diverse Zeltfestlichkeiten alá Wiesn und Co. Trinkt ne Mass und esst nen Steckerfisch für mich mit, jaa?
Hier sind alle etwas angeschlagen, Fieber, Schnupfen und all die Dinge die ein Schulstart mit sich bringt breiten sich aus. Was aber auch bedeudet das ich seit Monaten endlich wieder mal um 8 in meinem Zimmer bin und das amerikanische Fernsehen genießen kann um nebenbei ein paar Zeilen zu tippen.
Letzte Woche Samstag hat - mal wieder - zu super unchristlichen Zeiten der Wecker geklingelt und das ich Tags zuvor erst spät im Bett war hat das Aufstehen nicht unbedingt leichter gemacht. Aber der Koffer war gepackt, die Tickets ausgedruckt und ich war mehr als startklar mich vom tristen Richmondherbstwetter zu verabschieden und der Sonne entgegen zu fliegen.
Der Flug lief problemlos, bis auf die üblichen Nackenschmerzen und die eingeschränkte Beinfreiheit war alles klar. (Diese beiden Dinge haben übrigens dazu geführt das ich beschlossen habe mich auf dem Flug nach Deutschland mit Schlafmitteln zu dopen - hier ja leicht im Drogeriemarkt erhältlich kein Problem!)
In Miami wurden wir von Wolken begrüßt die sich aber schnell verzogen haben. Eine Stunde später ist der Schweiß nur so gelaufen - waren dank Kälteeinbruchs in Richmond auch noch in den falschen Klamotten unterwegs - und wir haben schnell beschlossen das wir es uns einfach nur gut gehen lassen. Die Hitze und der eine Schluck zuviel hat dann dazu geführt das wir am frühen Nachmittag schon mächtig gut unterwegs waren.
He, aber wie heißt es doch: Drink all day, play all night - you’re in Miami trick
South Beach Miami hält was es verspricht - waren mitten im Art Deco Viertel, was echt schön war. Es ist richtig was los, super viele junge Leute, super viele Bars, Kneipen und Clubs. Weißer Sandstrand vor der Nase, Wasser in den verschiedensten Blautönen. Hier lässt es sich echt leben!
Sind dann Abends in ein griechisches Restaurant das mehr einem türkischen Nachtclub geähnelt hat, aber super lustig war. Sind dann noch zu “Wet Willis” - sehr bekannt hier, verkaufen nur geeiste Drinks. So lecker - und so gefährlich!
Hatten auf alle Fälle nen super Start in die Woche.
Sonntags haben wir den Morgen sehr gemächlich angehen lassen und sind dann nach Miami aufgebrochen. Nach dem obligatorischen Abstecher ins HardRock Cafe waren wir noch ein bisschen bummeln, die ersten Tourieinkäufe erledigen eben. Nachmittags sind wir auf eine Duck Tour (die Touren in denen man zuerst durch die Stadt fährt und der Bus zum Boot wird und man über’s Wasser schippert). War echt interessant. Hab das Haus von Steffi Graf gesehen und muss sagen die Frau ist wirklich bescheiden - im Vergleich zu all’ den anderen Häuschen sah ihr Reich eher aus wie die Garage des Nachbarn.

Im Hotel angekommen wurden dann die Partyvorbereitungen getroffen - was bei zwei Mädls ja schon ein bisschen dauern kann. Es wurde also geduscht, geschminkt, gesungen, getanzt, geföhnt, gestylt und ein bisschen getrunken und nach sage und schreibe 2 Stunden waren wir doch tatsächlich mit dem Ergebnis zufrieden und haben uns auf South Beachs Straßen begeben. Die Nacht wurde mit den weltgrößten und besten Mojitos eingeläutet und hat um sehr spät (oder früh?) mit Pizza und Cola zum Ausgleich geendet. They know how to party in Miami!
Das is’ alles was ich dazu zu sagen haben, Einzelheiten werden nicht bekanntgegeben und Fotos nicht veröffentlicht.
In der Nacht hat mich dann ein Kälteschock ergriffen und als ich total erschrocken aufgewacht bin war ich pitschenass - warum? Meine Bettnachbarin ist mit einer offenen Wasserflasche in der Hand eingeschlafen und hat die wohl irgendwann evorsichtig auf mich gekippt…. Ergebnis: Eine total verkaterte Steffi hat sich vor lauter Schreck erstmal wieder kräftig den Zeh gestoßen und ist über’s Bett gestolpert. Hab dabei wahrscheinlich das ganze Hotel geweckt - nicht meine Bettteilerin!!!! - und musste dann erstmal mit Handtückern etc weiterschlafen. What a night!
Soviel zu den ersten Tagen in Miami Beach. Die Zeit hatte es in sich, hat sich aber so gelohnt.
Montag haben wir uns dann voller Vorfreude auf den Weg zum Hafen gemacht und da haben wir auch schon unser Schiff erspäht. Super Gefühl und ich war dann auch echt aufgeregt. Einchecken ging schnell, läuft ab wie am Flughafen auch. Und dann sind wir erstmal in unsere Kabine, die zwar sehr klein war und sehr dunkel (Innenkabine), aber gemütlich und sauber. Und ich hatte ein Einzelbett… was war ich dafür dankbar!

Sind dann erstmal ein bisschen auf dem Schiff rumgelaufen, was mehr einer kleinen Stadt geähnelt hat. Hier ein Restaurant, da ein kleiner Shop, hier eine Bar und da ein Casino. Unglaublich einfach. Nach kurzem Nickerchen bin ich dann noch zum Pool, wo ich natürlich gleich mal den Feueralarm zur Übung von Notsituation verpennt hab und ich somit schon vorm Ablegen erstmal beim Steward antanzen durfte um eine Einzelanweisung zu bekommen… ja, kein Kommentar. Da sind ungefähr 3000 Leute auf einem Schiff und ich ich verschlaf natürlich den Feueralarm, es hätte mich aber wirklich auch mal jemand wecken und mir das Fettnäpfchen ersparen können!
Montag war für mich dann auch relativ schnell vorbei, zusätzlich zur oberen Blamage hab ich natürlich auch noch zu den Glücklichen gehört die erstmal richtig schön seekrank wurden. Wie es sich anfühlt? Als ob man Stunde um Stunde Kettenkarussell fährt, man ein Bier zuviel intus hat, du hast Hunger kannst aber nicht essen aus Angst über der Rehling zu hängen - einfach nur wunderbar. Bin also früh in’s Bett und bin auch erst wieder aufgestanden als wir am nächsten Morgen in Freeport - BAHAMAS - geankert haben. Ja und da waren wir also: Angekommen in den Bahamas.
Nachdem wir das Schiff verlassen haben wurden wir schon von den verschiedensten Musiktönen und super lieben Leuten am Hafen begrüßt.
Wir wurden also von unserem Gruppenleader abgeholt der uns über Freeports Straßen mit den lustigsten Erzählungen über die Bahamas, deren Kultur und Traditionen im Gepäck in einen kleines Naturschutzgebiet gefahren hat. Und hier hat unser erstes Abenteuer begonnen: Kayaken in den Bahamas.
Ich war von dem Anblick schon überwältigt. Es war ein kleiner Flusslauf vom Meer, überall Bäume, das hellblauste Wasser und einfach super schön. Wir also rein in unsere Kayaks und sind losgepaddelt. Und wir hatten unseren Spaß. Wenn ich auch mit den schwersten Armverletzungen aus der ganzen Geschichte rauskam - lasst es euch sagen: Bäume im Wasser und deren Äste bewegen sich nicht; auch nicht wenn du sie anschreist, das Kayak fast zum kippen bringst und die Paddel als Waffe gegen sie einsetzt. Ein Kampf den man nur verlieren kann…
Am Ziel angekommen mussten wir erstmal ein bisschen wandern und der Schweiß ist nur so getropft. Aber all’ die Anstrengung, der Kampf mit den Bäumen, die Schlacht mit dem Wasser - alles hat sich gelohnt. Wir wurden mit dem schönsten Ausblick, dem schönsten Strand den ich je gesehen habe belohnt. Ich hab wirklich ein Tränchen verdrückt. Ich hab sowas Schönes noch nie in meinem Leben gesehen. Weißer, feinster Sand, kristallklares Wasser in den verschiedensten Blautönen… ich hätte nicht gedacht das ein Stück Natur mich so überwältigen kann!! Ich hab jetzt auch schon sooft versucht das Szenario zu beschreiben, aber es geht einfach nicht. Ich bin einfach nur unheimlich dankbar das gesehen zu haben und hoffe es nie zu vergessen.

Nach zwei Stunden war es dann leider auch Zeit wieder aufzubrechen um noch rechtzeitig auf’s Schiff zu kommen. Hatte ja schon etwas Bammel, aber komischerweise war meine Seekrankheit wie weggeblasen und ich hab mich super wohl gefühlt. Haben also zurück angekommen erst noch das Pooldeck unsicher gemacht, den Whirlpool genossen und dabei auf’s Meer geblickt. Das alles mit einem Cocktail in der Hand den man aus einer aufgeschnittenen Ananas schlürft - was will man mehr im Leben?
Mittwoch hieß der Zielort: Nassau.
Nassau ist wohl sehr bekannt für all’ die Diamentenläden und somit hab ich den Morgen erstmal in Nassau verbracht um mit Ada auf Diamantenjagd zu gehen. Ada hat nämlich sämtliche Coupons die auf dem Schiff auflagen gesammelt und so sind wir nur von Laden zu Laden und Ada hat ihre gratis Ohrringe und Co. abgestaubt. Ich bin in der Zeit - obligatorisch und wie immer - in’s HardRock Caffee und in den Bacardi Shop. Hab mit ein paar Einheimischen gequasselt und hab meine letzten Tourieinkäufe erledigt.
Nach’m Lunch wurden wir dann wieder abgeholt - diesmal ging’s per Wassertaxi zum Dolphin Encounter.
Die Fahrt dahin hat mich schon wieder total mitgerissen weil es einfach so schön war!

Dort angekommen sind wir nach kurzer Einweisung mit den Seelöwen baden gegangen. Ach gott, was soll ich sagen… es war so lustig! Ich bin ja sowieso ein Fan von Seelöwen und dann hatten wir auch noch das Glück mit ner Kleinen schwimmen zu gehen und ich lieb diese Viecher mehr und mehr. He, wer würde nichtmal gerne von einem Seelöwen auf den Mund geküsst werden
Per Wassertaxi ging’s dann auch wieder zurück zum Schiff und dort angekommen sind wir zuerst der Whirlpool-Cocktail Routine nachgekommen um uns anschließen für die Nacht fertig zu machen. Ada wollte das Casino austesten und ich hab - nach meinen Las Vegas Erfahrungen als Lucky Charm gedient. Ja was soll ich sagen…. ich war ein guter Lucky Charm. Ada hat tatsächlich beim ersten Versuch an der Slot Machine ganze 97$ gewonnen! Ein voller Erfolg also.

Ein gewisser Anteil wurde dann bei Roulette und Co. wieder verspielt, der Rest wurde in Drinks investiert. Nach erfolgreicher Nacht sind wir also glücklich ins Bett und haben uns auf unseren letzen Tag gefreut.
Am Donnerstag ging es nämlich dann auf eine Insel in der Mitte des Ozeans.
Haben uns dort eine Schnorchelausrüstung ausgeliehen, nachdem ich dann allerdings in die ersten rotleuchtenden Quallen geschnorchelt bin hab ich das Zeug ganz schnell zurückgegeben und hab für mich beschlossen das ich lieber nicht wissen will was da so unter mir kreucht und fleucht. Hab mir den ganzen Tag die Sonne auf den Bauch scheinen lassen, hab in der Hängematte zwischen Palmen ein Nickerchen gehalten und hab mich dann total motiviert auf Wanderung begeben.
So, also das war so. Es war ein kleiner Wanderweg - SANDweg angemerkt - ausgeschrieben der zu einem Leuchtturm führen sollte. Ich also einen der Barkeeper gefragt wie weit das denn weg sei… die Antwort: Nur fünf Minuten, immer dem Sand nach. Ja gut dacht ich mir, kann ja nich’ so schwer sein und ich hab mich also spontan - ich schreib’s nochmal: spontan! - auf Wanderung begeben. Heißt: im Badeanzug, ohne Schuhe und ohne Wasserflasche losgestiefelt.
Nach 10 Minuten wurde der Sand unter meinen Füßen immer weniger. Aber da mir ja ein 5 Minutenweg versprochen wurde bin ich - dummerweise - weitergelaufen. Weitere 10 Minuten später war ich übersäht mit Mückenstichen (Kleidung kann so von Vorteil sein!) und kleine, fieße Steine haben sich in meine Fußsohlen gebohrt. Schmerzhaft kan nich euch sagen. Ich war aber sturr und bin weiter gelaufen… alleine, ich war glaub ich die einzig Verrückte die sich das Ganze antat. Um es kurz zu machen: Ich hab ganze 45 Minuten gebraucht um an diesem Leuchtturm anzukommen. Einen Leuchtturm den ich wirklich nur von weitem ansehen konnte weil nämlich alles andere zugewachsen war… mensch, war ich sauer. Und der Rückweg bestand aus Schimpftiraden die ich hier nicht wiedergeben will.
Zwischendrin hab ich auch noch in einen giftigen Baum gefasst der mir nen echt üblichen, schmerzhafen Ausschlag an der Hand gab. Die Mückenstiche wurden mehr und mehr, ein Lizzard hat mich angefallen, ich hatte unglaublichen Durst und ich glaub mein Hautturgor war schon mehr als erhöht. Nebenbei besteht meine Fußsohle jetzt aus ner extradicken Schicht Hornhaut!! Um es kurz zu machen: Ich dachte ich muss sterben… nie wieder auf eine einsame Insel - zumindest nicht mehr zum wandern!

Zurück am Strand angekommen wurde ich von meiner überaus netten Reisepartnerin erstmal mit einem hämischen Grinsen begrüßt und hab meinen Wasserhaushalt wieder auf Vordermann gebracht. Und meine Füße abgekühlt - was in ca 28 Grad warmen Wasser übrigens nur mässig funktioniert.
Den Abend war dann noch große Party auf dem Boot. Es wurden die lustigsten Spiele gespielt und es war wieder eine kurze Nacht oder ein früher Morgen - wie auch immer. Und dann hieß es nach dem Freitagsfrühstück auch schon “Goodbye Norwegian Cruiseline” . Wir mussten auschecken und waren wieder in Miami angekommen.
Die Cruise war ne super Erfahrung und ich bin froh es mir geleistet zu haben. Die Bahamas haben einen Flair der sich nur schwer beschreiben lässt, die Menschen dort sind sehr offen, sehr redefreudig und interessiert. Das Essen schmeckt (oder sind meine Geschmacksnerven nach 15 Monaten USA einfach nur zerstört?) und auch wenn man sieht das die Leute dort wirklich oft an der Armutsgrenze leben wird ein unheimlich positives Lebensgefühl augestrahlt.
Ich würd gern nochmal auf die Bahamas für ein paar Tage an einem Ort bleiben nur um einen besser Einblick in die Kultur dort zu bekommen. Ich glaub man kann dort vieles lernen und mich nach Hause nehmen.
Der Freitag in Miami verlief ruhig. Sehr ruhig. Lagen den ganzen Nachmittag am Strand und sind abends nach’m Dinner ins Bett - und es tat gut.

Samstag wurden dann früh’s schnell die Koffer gepackt - der letzte Tag war angebrochen. Und den wollten wir noch gebührend ausklingen lassen. Hieß das uns um 9 Uhr morgens der Bus abgeholt hat und wir uns auf den Weg in die Everglades gemacht haben.
Sind dort auf ein Airboat und sind somit fast 90 Minuten durch die Everglades geschippert. Auch wieder ein Punkt den ich nun abhacken kann - auch die Everglades muss man selbst erlebt haben. Es ist ein echt irres Gefühl wenn die Alligatoren ganz nah an’s Boot kommen oder sich sogar den Kopf genau neben dir stoßen und du wirklich nur 5cm davon entfernt bist. Das Ganze Gebiet um die Everglades ist auch wieder ein Naturschauspiel für sich - auch wenn dieses Swampgebiet jetzt nicht unbedingt vor Schönheit trotzt, ist es doch bewundernswert das sowas in der Welt exisitert.

Wir hatten einen super Reiseführer, der das ganze Feeling richtig gut rübergebracht hat und die ganze Tour mit dem gewissen Grad an Sarkasmus geführt hat - gerade wenn Alligatoren “Scarface” und “Jumper” heißen ging einigemale ein Raunen durch die Menge 
Anschließend ging’s noch in eine Wildlifeshow. War interessant und das Adrenalin steigt wohl in jedem ein bisschen wenn ein Alligator einen Meter von dir entfernt sein Maul aufreißt und dich anstarrt… war echt gut!
Und zum krönenden Abschluss konnte ich auch noch einen kleinen, süßen Alligator in meinen Händen halten… dem kleinen süßen Alligator wurde allerdings zur Vorsicht mal ein Ring übers Maul gezogen da er - Zitat Reiseführer - “Fingerfood lecker findet”

Am Nachmittag zurück in South Beach bin ich alleine noch in ein Museum das von internationalen Studenten geführt wird und alle 3 Monate die Ausstellung ändert. War auch interessant und hat sich auf alle Fälle gelohnt.
Spät abends ging’s dann wieder zurück nach Richmond, wo wir mit Regen und Kälte begrüßt wurden.
Das war also meine Woche… diese Woche ist alles etwas chaotisch und ich hoffe ich kann am Wochenende nochmal ein bisschen schreiben. Nachdem ich für die den Eintrag jetzt fast 3h gebraucht habe und somit meine frühe Nacht davongeschlichen ist will ich jetzt echt ins Bett.
Lieb euch